Wandern in Brandenburg – die Schorfheide

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Wandern zwischen Wölfen und Waldpilzen

Die Wildnis: Weite, zusammenhängende Landstriche, in denen die Natur die alleinige Regie führt. Wer in der Stadt wohnt, sucht sie vergeblich. Und auch auf dem Land ist sie in Deutschland inzwischen vom Aussterben bedroht. Alle, die dennoch sehen und erleben möchten, wie Biber als großartige Landschaftsarchitekten ganze Gewässer umgestalten, zehntausende Kraniche Seite an Seite in der untergehenden Sonne zur Landung ansetzen, röhrende Rothirsche ihre Rivalen weithin schallend zum Kampf auffordern oder Wölfe nach ihrem Rudel heulen, sind bei der geführten Wanderreise Wildnis Deutschland der Landpartie Radeln und Reisen genau richtig.

Startpunkt der Reise ist die Schorfheide bei Eberswalde im Nordosten Brandenburgs. Mitten im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und direkt am Ufer des Großen Döllnsees liegt das Hotel, das in den ersten drei Tagen der Reise als „ExpeditionsBasislager“ dient. Seit 1990 steht das rund 1.300 Quadratkilometer große Reservat unter Naturschutz.

Baumeister Biber Doch unberührt ist es in dieser Zeit nur von Menschen geblieben. Mit viel Geschick und scharfen Zähnen haben sich die vor über 20 Jahren hierher zurückgekehrten Biber im Bollwinfließ ihr eigenes Paradies geschaffen. Schweigend über Sandwege schleichend, pirschen sich die Naturbeobachter an die mächtigen Staustufen und meterhohen Biberburgen heran. Mit ein bisschen Glück sind die wasserschnittigen Baumeister auch aus nächster Nähe zu sehen.

Auge in Auge mit einem Wolfsrudel Canis Lupus. Der Wolf. Vor rund einhunderttausend Jahren besiedelte er ganz Europa, im 19. Jahrhundert war er in West- und Mitteleuropa fast ausgerottet. In Deutschland soll es inzwischen wieder rund 30 Paare oder Rudel geben. Eins davon lebt im Wildgehege der Schorfheide. Diese geschmeidigen, großen Raubtiere in ihrer „Familie“ bei der Abendmahlzeit exklusiv zu beobachten, steht am Ende des dritten Reisetages auf dem Programm. Dafür öffnet das Wildgehege extra noch einmal seine Tore für die Landpartie-Gäste.

Wo die Kraniche rasten Wie die Zugvögel im Sommer, zieht es die Naturbeobachter am vierten Tag der Reise in den Norden. Im Hotel auf der Halbinsel Zingst erwartet Ulrich Lau die Gruppe, um mit ihr ein einmaliges Naturschauspiel zu bewundern. „Am Pramort fallen gegen Abend Kraniche ins Windwatt ein. Zu beobachten, wie diese majestätischen Vögel zu Zehntausenden in die flachen Boddengewässer des Nationalparks einschweben, ist eines der großen Wildniserlebnisse Europas“, so der Ornithologe begeistert.
Gerd Wolff und die letzte wilde Ostseeküste „Schützen kann man nur das, was man auch kennt“, ist der Leitsatz von Gerd Wolff. Daher widmet sich der gelernte Forstwirt seit über 50 Jahren der Natur auf „seinem“ Darß.

Am fünften Reisetag enthüllt er die unberührte Schönheit und alles Wissenswerte zur letzten wilden Küste der deutschen Ostsee – den Darßer Weststrand. Mit eben so viel Detailkenntnis und Sorgfalt führt eine erfahrene Pilzsammlerin die Gäste am sechsten Reisetag in den Wald. Doch bevor der Hotelkoch am Abend die gesammelten Feinschmecker-Lieblinge zu einem herrlichen Gericht verarbeitet, sorgt ein besonderes Natur-“Konzert“ in der Dämmerung für DauerGänsehaut. Wer jemals den Ruf eines röhrenden Hirsches im Wald gehört hat, weiß, dass dieser Ton bis ins Mark erschüttert. Im Herbst rufen die Bullen ihre Gegner in den Kampfring. Und wenn sich zwei Rivalen gefunden haben, sorgt das Krachen ihrer aufeinander donnernden Geweihe für eine Extra-Portion echtes Wildnis-Gefühl.

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